3. Juli 2026 – BILDUNG
Auch in diesem Jahr waren wir mit HÁWAR.help wieder Teil der Jugendkonferenz TINCON in Berlin und durften gemeinsam mit jungen Menschen wichtige gesellschaftliche Themen diskutieren. Am ersten Tag waren wir mit unserem Projekt „Time to ACT“ vertreten und haben einen Raum für Austausch, Fragen und persönliche Perspektiven rund um das Thema Antisemitismus geschaffen.
Gemeinsam mit unserem Protagonisten Tim sprachen wir mit Schüler:innen über Antisemitismus, jüdisches Leben in Deutschland und die Bedeutung von Haltung und Zivilcourage. Tim ist Aktivist und Vorstandsmitglied der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) und brachte im Workshop seine persönliche jüdische Perspektive ein. Offen sprach er über eigene Erfahrungen, gesellschaftliche Herausforderungen und warum Aufklärung und Austausch heute wichtiger denn je sind.

Schülerin bei einer Aktivität im Workshop © Michaela Rott.

Tim im Austausch mit den Teilnehmenden © Michaela Rott.
Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wie Antisemitismus heute sichtbar wird, welche Vorurteile weiterhin existieren und warum jüdisches Leben in Deutschland oft auf die Geschichte der NS-Zeit reduziert wird. Schnell entstand ein offener Austausch, in dem Fragen gestellt und Perspektiven geteilt wurden.
Besonders bewegend war dabei auch die Rückmeldung einer Schülerin, die sagte:
„In der Schule lernen wir über das Judentum oft nur im Zusammenhang mit der NS-Zeit. Dabei gibt es so viele aktuelle Themen – wie Antisemitismus, aber auch das vielfältige jüdische Leben heute. Jüdischsein bedeutet so viel mehr als nur die Geschichte des Zweiten Weltkriegs.“
Am zweiten Tag der TINCON in Berlin waren wir mit einem besonderen Workshop vertreten: „Zwischen Blackout und Unterdrückung – Wie das Regime in Iran Protest unsichtbar macht“. Das Sonderformat von HÁWAR.help beschäftigte sich mit einem Thema, das viele Menschen in Deutschland kaum wahrnehmen, für Millionen von Menschen in Iran jedoch bittere Realität ist: staatlich angeordnete Internet-Blackouts als Mittel zur Kontrolle und Unterdrückung. Denn seit dem 26. Februar 2026 ist der Internetzugang im Land weitgehend unterbrochen.
Gleich zu Beginn des Workshops stellten wir den Jugendlichen eine simple, aber schwer vorstellbare Frage: „Was würdet ihr machen, wenn ihr keinen Zugang zum Internet hättet? Eine Antwort blieb dabei besonders in Erinnerung: „Ich würde erstmal weinen.”
Die Reaktionen der Workshopgruppe auf diese Antworten zeigten vor allem eins: Zustimmung.
Besonders bereichert wurde der Workshop durch die Begleitung unserer Expertin Daniela Sepehri. Mit ihrer Expertise und ihren persönlichen Einblicken half sie den Teilnehmenden dabei, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und offene Fragen einzuordnen. Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen und mehr über die Situation im Iran sowie die Auswirkungen von Internet-Blackouts auf die Zivilgesellschaft zu erfahren.

Expertin Daniela Sepehri

Austausch im Workshop
Besonders schön zu sehen war, dass die Teilnehmenden nicht nur interessiert zuhörten, sondern auch gemeinsam Handlungsmöglichkeiten entwickelten. Sie diskutierten darüber, wie sie selbst Aufmerksamkeit für das Thema schaffen, Solidarität zeigen und sich für digitale Rechte und Menschenrechte einsetzen können. So wurde aus dem Austausch nicht nur Wissen, sondern auch der Impuls, selbst aktiv zu werden.

Handlungsmöglichkeiten, die in den Workshops erarbeitet wurden

Handlungsmöglichkeiten, die in den Workshops erarbeitet wurden
Zwei Tage, viele Gespräche und noch mehr neue Perspektiven:
Die TINCON hat erneut gezeigt, wie groß das Interesse junger Menschen an gesellschaftlichen Themen ist. Besonders die vielen Fragen, die Offenheit für neue Sichtweisen und die Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen, machen Hoffnung. Wir nehmen viele inspirierende Begegnungen mit und freuen uns, dass wir gemeinsam wichtige Themen sichtbar machen konnten.
Danke an alle, die dabei waren – und danke an die TINCON für diese besondere Plattform des Austauschs. Bis zum nächsten Jahr!
Beide Projekte werden unterstützt von: