25. August 2026 – SCORING GIRLS* IRAK
Weltweit stehen Frauen und Mädchen weiterhin vor Barrieren, die ihre Chancen, ihre Teilhabe und ihre Rechte einschränken. Deshalb sind die Unterstützung und Einbindung der Eltern entscheidend dafür, dass Mädchen langfristig am SCORING GIRLS*-Projekt teilnehmen können.
In vielen Gemeinschaften wird die Teilnahme von Mädchen am Sport auch von gesellschaftlichen Erwartungen und der Haltung ihrer Familien beeinflusst. Eltern einzubeziehen ist daher ein wichtiger Teil unserer Arbeit. So möchten wir ein Umfeld schaffen, in dem Mädchen Sport treiben, sich frei entfalten und ihre Stärken entwickeln können. Deshalb haben wir elf Family Awareness Sessions durchgeführt, an denen mehr als 100 Familienmitglieder der SCORING GIRLS* teilnahmen. Die Sessions boten Raum für offene Gespräche über Gleichberechtigung, die Vorteile von Sport, Kommunikation und gesunde Grenzen sowie darüber, wie Familien ihre Töchter ganz konkret unterstützen können.


Bei SCORING GIRLS* Irak schaffen wir durch Fußball sowie pädagogische und psychosoziale Unterstützung sichere und vertrauensvolle Umgebungen. So erhalten Mädchen Zugang zu sportlichen Aktivitäten, die ihnen im Irak sonst häufig nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Sie stärken ihr Selbstvertrauen, ihre sozialen Kompetenzen und entwickeln neue Perspektiven für ihre Zukunft. Im vergangenen Jahr haben wir das SCORING GIRLS*-Projekt ausgeweitet und an die Bedürfnisse der Gemeinschaft vor Ort angepasst. Die neue Projektphase umfasst unter anderem Workshops zur Stärkung der körperlichen Gesundheit, des Selbstvertrauens und der Resilienz und bezieht die Familien der Mädchen aktiv in das Projekt ein.
Viele der SCORING GIRLS* in der Autonomen Region Kurdistan in Irak haben Vertreibung und Gewalt erlebt, darunter auch Überlebende des Völkermords an den Jesid:innen im Jahr 2014, der vom sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) verübt wurde. Auch Mädchen, die nach 2014 geboren wurden, sind durch die Erfahrungen ihrer Familien mit dem Genozid geprägt. Bis heute leben viele in Binnenvertriebenenlagern, da ihre Heimat weiterhin zerstört ist. Das Aufwachsen unter diesen prekären Bedingungen bedeutet für viele auch einen eingeschränkten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und gesellschaftlicher Teilhabe.


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Durch Gruppengespräche, persönliche Erfahrungen, praktische Beispiele und Reflexionsübungen förderten die Sessions den Dialog, stellten Geschlechterstereotype infrage, stärkten die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern und trugen zu einem Umfeld bei, in dem Mädchen sich sicher fühlen und Sport treiben können. Eltern wurden außerdem eingeladen, an Trainingseinheiten teilzunehmen, die Trainer:innen und das Projektteam kennenzulernen und selbst zu erleben, wie sich Sport positiv auf ihre Töchter auswirkt. Mit der Zeit haben die Sessions zu mehr Verständnis und Akzeptanz in den Familien beigetragen. Viele Eltern erkennen inzwischen die positiven Auswirkungen von Sport auf das körperliche und mentale Wohlbefinden, das Selbstvertrauen und die soziale Entwicklung ihrer Töchter. Wenn Familien die Teilnahme von Mädchen stärker unterstützen, können diese Veränderungen über die Familie und die lokale Gemeinschaft hinauswirken und langfristig auch gesellschaftliche Einstellungen verändern. So tragen die Family Awareness Sessions zu einer größeren Akzeptanz der Teilhabe von Mädchen am öffentlichen Leben bei.
Immer wieder betonten die Teilnehmer:innen die Bedeutung von Kommunikation und Vertrauen. Diese Beziehungen zu den Eltern aufzubauen, ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Denn ihre Unterstützung und ihr Vertrauen in unser Team sind entscheidend dafür, dass ihre Töchter am Projekt teilnehmen können.


Vielen Dank an SPACE und Ein Herz für Kinder (eHfK) für die Förderung der SCORING GIRLS* Irak.
SCORING GIRLS* Irak wurde als Teil von SPACE umgesetzt. SPACE wird von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt.