17. September 2026 – SCORING GIRLS*
Ein Fußballplatz kann ein Ort sein, an dem Mädchen* nicht nur Tore schießen, sondern auch Selbstvertrauen gewinnen, Freundschaften schließen, Verantwortung übernehmen und neue Wege für sich entdecken. Genau dafür steht SCORING GIRLS*: Fußball ist der Ausgangspunkt – doch was daraus entsteht, reicht weit über das Spielfeld hinaus. In Deutschland und in der Autonomen Region Kurdistan in Irak konnten wir diese Arbeit weiterführen und zahlreiche Mädchen* mit regelmäßigen Trainings, pädagogischer Begleitung, Workshops und gemeinsamen Erlebnissen erreichen. Möglich wurde dies unter anderem durch die kontinuierliche Unterstützung von BILD hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“.


Fußballtrainings in Deutschland: Gemeinsam auf dem Platz
Die Förderung sicherte regelmäßige Fußballangebote und sozialpädagogische Begleitung. Im Förderzeitraum waren insgesamt 320 Mädchen* an Standorten in Köln und Berlin in das Programm eingebunden. Insgesamt fanden 175 kostenlose Fußballtrainings statt. Dabei bauten die Mädchen* ihre technischen und spielerischen Fähigkeiten aus und lernten, Fairplay, Verlässlichkeit und Verantwortung im Team praktisch umzusetzen. Neben der sportlichen Entwicklung stand das Zusammenwachsen der Gruppen im Mittelpunkt. Ergänzt wurde der Trainingsalltag durch Turniere und sportliche Begegnungen, wie z.B. beim Come Together Cup – hier war SCORING GIRLS* Teil eines Turniers, das mit queeren und inklusiven Teams ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz und gegen Diskriminierung setzt.


Neben dem Fußball: Workshops, Ausflüge und neue Erfahrungen
Ergänzend eröffneten Lern- und Erlebnisaktivitäten den Mädchen* die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erlernen und Erfahrungen über den Trainingsalltag hinaus zu sammeln. Im Workshop zum Umgang mit Emotionen beschäftigten sich einige der Kölner SCORING GIRLS* beispielsweise damit, eigene Gefühle wahrzunehmen und zu benennen sowie die Perspektiven anderer besser zu verstehen. Im Leadership-Workshop setzten sich ältere Teilnehmerinnen* mit ihren persönlichen Stärken, Stimme und Präsenz sowie dem Setzen eigener Grenzen auseinander – Fähigkeiten, die auch in Schule, Ausbildung und Beruf wichtig sind.
Neue Sportarten boten Gelegenheit, sich auszuprobieren und als Gruppe zu wachsen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Teilnehmerinnen* in Berlin wurde im Sommer 2026 ein Beachvolleyball-Workshop mit externen Trainer:innen organisiert. Die Mädchen* lernten neue Formen des Zusammenspiels kennen und erlebten zugleich, dass sie die Gestaltung des SCORING GIRLS*-Programms aktiv mitbestimmen können. Im Hochseilgarten waren Vertrauen und gegenseitige Unterstützung gefragt, während Beachsoccer den vertrauten Fußball in ein neues Umfeld übertrug.


Stadionbesuche ermöglichten Einblicke in die professionelle Fußballwelt. Beim WM-Qualifikationsspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Norwegen wurden weibliche Vorbilder im Profisport unmittelbar erlebbar. Im Rahmen der Eröffnung des Projekts „Jüdisches Kaleidoskop“ besuchten die Mädchen* in Berlin außerdem das Bundesligaspiel von Turbine Potsdam gegen den VfL Wolfsburg. Der Besuch wurde mit einer Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Demokratie und gesellschaftlichem Engagement verbunden.
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10 Jahre SCORING GIRLS: Ein Jubiläum mit den Mädchen*
Auch die Ferien boten Gelegenheit für gemeinsames Lernen, Sport und Begegnung. Und 2026 gab es zusätzlich noch einen ganz besonderen Grund zu feiern: SCORING GIRLS* wurde zehn Jahre alt. Das Jubiläum wurde gemeinsam mit den Teilnehmerinnen* beim diesjährigen Summercamp gefeiert. Rund 60 Mädchen* aus den deutschen Standorten kamen für mehrere Tage in Köln zusammen. Unter dem Motto „Fußball trifft Werte: Fair spielen. Mut zeigen. Gemeinsam wachsen.“ verband das Camp Fußball mit interaktiven Angeboten zu Werten und Empowerment sowie Begegnungen mit Vorbildern. Mädchen* aus unterschiedlichen Städten und Trainingsgruppen lernten sich kennen, verbrachten mehrere Tage miteinander und erlebten SCORING GIRLS* über den eigenen Standort hinaus. Für viele war das Camp zugleich die erste gemeinsame Reise außerhalb ihrer Heimatstadt.
Eine Teilnehmerin* beschreibt ihre Erfahrung so: „SCORING GIRLS* hat mich selbstbewusster gemacht und mich motiviert, an meinen Träumen festzuhalten.“
Unterstützung, die über den Fußballplatz hinausgeht
Kontinuierliche sozialpädagogische Begleitung ermöglichte es, auf die individuelle Lebenssituation einzelner Mädchen* einzugehen. Durch den regelmäßigen Kontakt entstanden vertrauensvolle Beziehungen, in denen persönliche Anliegen aufgegriffen werden konnten – etwa bei Hausaufgaben, Berufsorientierung, familiären Herausforderungen oder aufenthaltsrechtlichen Fragen. Darüber hinaus begleitete das Team Mädchen* beim Übergang in den organisierten Fußball. Insgesamt wurden durch die Förderung in Deutschland zehn Teilnehmerinnen* bei der Vereinssuche unterstützt. Damit reicht die Unterstützung über die eigenen Projektangebote hinaus und hilft den Mädchen*, individuelle nächste Schritte zu entwickeln und Zugänge zu weiterführenden Strukturen zu erschließen.


Fußball, Workshops und Gemeinschaft in Irak
Auch an unseren drei Standorten in der Autonomen Region Kurdistan in Irak konnte die Förderung von BILD hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“ viel bewirken. Insgesamt fanden 284 Fußballtrainings statt, an denen 132 Mädchen teilnahmen. Neben technischen und taktischen Fähigkeiten übten die Mädchen, sich im Team abzustimmen, fair miteinander umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Die Trainings boten Bewegung, Gemeinschaft und einen Ausgleich zum Alltag. Freundschaftsspiele gaben zusätzliche Gelegenheit, das Gelernte anzuwenden und sich mit anderen Gruppen auszutauschen.
Neben den Fußballtrainings boten Workshops Raum für Themen wie körperliche Gesundheit, Selbstvertrauen, Resilienz, geschlechtsspezifische Gewalt, psychische Gesundheit und soziale Teilhabe. Treffen mit Vorbildern aus Sport, und der Community eröffneten den Mädchen neue Perspektiven. Eine dieser Vorbilder war die professionelle Volleyballspielerin und Zahnmedizinstudentin Doreen Romel Shamow. Sie erzählte von ihrem sportlichen Weg und ihrem Umgang mit gesellschaftlichen Vorbehalten und zeigte, wie sich sportliche Interessen und Bildungsziele miteinander verbinden lassen. Ausflüge zu Museen und historischen Orten ermöglichten den Mädchen zudem, mehr über die Geschichte und das kulturelle Erbe der Region zu erfahren.


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Auch an unseren Standorten in Irak stand den Teilnehmerinnen* eine kontinuierliche pädagogische Begleitung zur Verfügung. So entstand ein geschützter Rahmen, in dem die Mädchen Fragen stellen, persönliche Anliegen ansprechen und ihre Erfahrungen miteinander teilen konnten. Die Familien der Teilnehmerinnen* wurden ebenfalls von Anfang an einbezogen. In elf Treffen mit mehr als 100 Familienmitgliedern ging es unter anderem um Gleichberechtigung, positive Kommunikation, persönliche Grenzen und die Unterstützung der Töchter im Sport. Der regelmäßige Austausch half, Fragen und Vorbehalte zu besprechen, Vertrauen aufzubauen und die Akzeptanz für die Teilnahme der Mädchen zu stärken. Viele Eltern erlebten, wie die Aktivitäten das Selbstvertrauen, die Eigenständigkeit und die sozialen Kontakte ihrer Töchter förderten.
Über die letzten Monate hinweg zeigte sich, wie die Mädchen zunehmend eigene Ideen einbrachten, Verantwortung übernahmen und als Gruppe zusammenwuchsen. Eine Teilnehmerin* fasste ihre Erfahrung so zusammen: „Mein Selbstvertrauen ist während des Projekts gewachsen. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und fühle mich im Umgang mit anderen wohler.“


Diese vielen kleinen und großen Momente haben das vergangene Jahr geprägt – von der Anschaffung des Equipments, den Trainings und ersten Turniererfahrungen über gemeinsame Workshops, Ausflüge und Feriencamps. All dies setzte die Voraussetzung dafür, dass Mädchen ihre eigenen Wege gehen, neue Möglichkeiten entdecken und an ihre Zukunft glauben können. Die Unterstützung von BILD hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“ wirkte damit weit über den Trainingsplatz hinaus – und wir danken herzlich für diese Unterstützung.