12. März 2021

GEMEINSAM FÜR EIN GERECHTERES MORGEN

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Was das genau bedeutet, haben die SchülerInnen des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf in unserem SCHOOL TALK gelernt. Für unseren bisher größten digitalen SCHOOL TALK mit über 50 Teilnehmenden haben wir uns Verstärkung an unsere Seite geholt: Mecbure Oba ist selbst Jesidin und arbeitet seit Jahren mit Jugendlichen zu den Themen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus.

Welche Menschenrechte wurden nicht geschützt, verweigert und verletzt?

Ausgehend von der Dokumentation „HÁWAR – Meine Reise in den Genozid“ umrissen die SchülerInnen gemeinsam mit unserem Gast in einem ehrlichen Dialog die schlimmsten Folgen von Entmenschlichung. Die Schüler:innen brachten im Anschluss an den Film ihr Wissen zum Thema Menschenrechte ein und diskutierten, welche Menschenrechte nicht geschützt, verweigert oder verletzt wurden. „Man hat den Jesid:innen die Menschenrechte, Freiheit und Gleichheit genommen, indem man sie versklavt und vergewaltigt hat“, brachte es eine Schülerin auf den Punkt.

Dabei beließen es die Schüler:innen allerdings nicht und zogen Rückschlüsse aus dem Genozid an den Jesid:innen. Künftig sollte viel schneller gehandelt werden: „Die Hilfe kam erst sehr spät und die Anerkennung des Genozids folgte erst Jahre später.“ Eine andere Schülerin sagte: „In Deutschland können wir auf die Ungerechtigkeiten aufmerksam machen und Politiker:innen wählen, die diese beseitigen möchten.“

Vielzahl ungelöster Probleme

Auf eine Nachfrage nach der heutigen Situation in Nordirak, verdeutlichte unser Gast Mecbure Oba, dass es noch eine Vielzahl ungelöster Probleme gebe. „Es hat Jahre gedauert, bis die internationale Gemeinschaft den sogenannten IS militärisch besiegt hat. Die Ideologie lebt aber noch weiter. Die Dörfer und Häuser der Jesid:innen sind noch lange nicht wiederaufgebaut und es gibt viel zu wenig Hilfe. Die Menschen sind noch immer gezwungen, in den Camps unter katastrophalen Bedingungen zu leben – ohne ausreichende medizinische Versorgung und psychologische Hilfe“, erklärte Mecbure Oba.

Der SCHOOL TALK zeigte uns, wie viel Unmut über Menschenrechtsverletzungen und Ungerechtigkeiten die Schüler:innen verspüren. Unser Gast Mecbure Oba beließ es jedoch nicht dabei, sondern bestärkte die Schüler:innen, sich für ihre Überzeugungen einzusetzen – jeder Mensch hat eine gewichtige Stimme und damit auch Handlungsmöglichkeiten, für eine gerechtere Welt einzutreten.

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Partnern, Engagement Global, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Postcode Lotterie, dafür, dass sie SCHOOL TALKS ermöglichen!

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