20. Oktober 2026 – BILDUNG
Mit unserem Bildungsprojekt „Routen – Geschichten von Menschen auf der Flucht“ waren wir Mitte September an der Aurelia-Wald-Gesamtschule in Uetze in Niedersachsen zu Besuch. Im Rahmen des Projekts werden Workshops durchgeführt, in denen die Geschichten von Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, im Vordergrund stehen. Beim Workshop in Uetze haben sich die rund 100 Schüler:innen mehrerer 9. Klassen anhand von Infomaterialien und persönlichen Geschichten mit Ursachen, Routen und Herausforderungen von Flucht auseinandergesetzt. Anschließend hatten sie die Möglichkeit mit der afghanischen Aktivistin Trina Mansoor über ihre Flucht zu sprechen.
Wir begannen den Tag in der Aula, wo sich die Schüler:innen für die Einführung versammelt hatten. Dort ging es mit vier Impulsfragen los: Warum fliehen Menschen? Aus welchen Ländern fliehen Menschen? Wohin fliehen Menschen? Wie fliehen Menschen?
Anschließend wurden die Schüler:innen wieder in ihre Klassen aufgeteilt, wo sie Videointerviews von Geflüchteten aus Venezuela, Irak und Syrien anschauten. Mithilfe von Landkarten und Infotexten, die die unterschiedlichen Fluchtgeschichten kontextualisierten, erarbeiteten die Jugendlichen in Gruppen die Gründe für die Flucht sowie die Fluchtroute der interviewten Person.
„Ich finde es schlimm, wie Leute auf Fluchtrouten behandelt werden, dass ihnen zum Beispiel gesagt wird: Ihr kommt hier nicht rein.“
Workshopteilnehmer:in

Die Schüler:innen hören sich in der Aula die Einführung an.

Trina Mansoor im Gespräch mit den Klassen.
Im Anschluss folgte der Höhepunkt des Workshops: der Besuch von Trina Mansoor, Autorin und Aktivistin, die von ihren Fluchterfahrungen und ihrer Kindheit berichtete. Sie erzählte von der Flucht aus Afghanistan als Kind, der Ermordung ihrer Eltern durch die Taliban sowie der Lage von Frauen in ihrem Heimatland. In einer offenen Gesprächsrunde beantwortete sie die vielen Fragen der Schüler:innen. Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit, um persönliche Perspektiven zu hören und mehr über die Situation in Afghanistan, Frauenrechte und Abschiebungen nach Afghanistan zu lernen.
Besonders eindrucksvoll war auch Trinas Appell an die Schüler:innen: „Meine Botschaft an euch ist: Respekt kostet gar nichts. Wegsehen kann jeder – es braucht sehr viel Mut etwas zu sagen. Ihr seid jetzt 13, 14, 15. Ihr seid nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart. Ihr habt auch jetzt eine Stimme, nutzt diese Stimme.”
Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, an alle Lehrer:innen, die diesen Tag ermöglicht haben, an Trina für das Teilen ihrer Geschichte und vor allem an die Schüler:innen, die mit ihren Fragen, Gedanken und Stimmen diesen Workshop bereichert haben.
Einen Einblick in den Workshop und Trinas Geschichte gibt’s hier:
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Routen – Geschichten von Menschen auf der Flucht wird unterstützt von:
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