22. Januar 2021

ZWEI MELDUNGEN AUS DEM IRAK

Am selben Tag, an dem eine junge Jesidin aus IS-Gefangenschaft befreit wurde, erschütterte ein schrecklicher Terroranschlag die irakische Hauptstadt.

Die 22-jährige Jesidin Najla Said Ismail konnte gestern aus siebenjähriger IS-Gefangenschaft befreit werden. Sie ist eine von über 6.000 jesidischen Frauen und Mädchen, die der Terror-Miliz 2014 bei ihren Angriffen auf Shingal, dem traditionellen Siedlungsgebiet der Jesiden in Irak, in die Hände fielen. Najlas weiterer Lebensweg in Freiheit wird jedoch von Unsicherheit geprägt sein angesichts der fragilen politischen und ökonomischen Lage im Irak. Diese ist mit dafür verantwortlich, dass ein Großteil der JesidInnen selbst im nun siebten Jahr nach dem Genozid, den der so genannte „Islamische Staat“ an ihnen verübte, in schlecht ausgestatteten Binnenvertriebenen-Lagern ausharren muss und eine Rückkehr in ihre Herkunftsgebiete nicht möglich ist. Denn um die öffentliche Sicherheit im Land ist es schlecht bestellt: Am Donnerstag hat ein Doppel-Anschlag den Tayaran-Platz im Herzen Bagdads erschüttert. Zuvor hatten die Behörden Pandemie-Bestimmungen gelockert, weshalb der Marktplatz an diesem Tag belebter war, als in den Wochen zuvor. Zwei Selbstmordattentäter zündeten Sprengsätze und rissen 32 Menschen mit in den Tod. Über 100 Zivilpersonen wurden schwer verletzt. Inzwischen bekannte sich die Terror-Miliz „Islamischer Staat“ zu dem Angriff. Wir verurteilen diesen Anschlag aufs Schärfste! Es sind Terrorakte wie dieser, immer wieder verübt durch extremistische Kräfte im Land, die zur Destabilisierung des Landes beitragen – und das Leid von Menschen, die schon unter Verfolgung und Vertreibung zu leiden hatten, verlängern und verschlimmern.

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