11. Januar 2021

SCHOOL TALKS: Im digitalen Klassenzimmer mit Dorothee Bär

Anfang Dezember machten wir uns auf den Weg ins digitale Klassenzimmer der 10. Klasse des Maria-Ward-Gymnasiums Bamberg. Als Gast für diesen digitalen SCHOOL TALK hatten wir direkt jemanden vor Augen. Digital und Bamberg? Da mussten wir nicht lange überlegen. Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung und selbst ehemalige Bamberger Schülerin. Wer sonst!

Mit dem Dokumentarfilm „HÁWAR – Meine Reise in den Genozid“ eröffneten wir unseren SCHOOL TALK. HÁWAR bringt den Schülerinnen den Völkermord der Terrormiliz des sogenannten „Islamischen Staats“ an den JesidInnen im Nordirak 2014 nahe. Im Unterricht hatten die Schülerinnen bereits über das Jesidentum als Religionsgemeinschaft gesprochen, jedoch nicht über den Krieg in der Heimat der JesidInnen und den Einsatz von Vergewaltigung als Kriegswaffe.

Nach dem Film gingen den Mädchen viele Fragen zu den entwicklungspolitischen Zusammenhängen von bewaffneten Konflikten, Fluchtursachen und Menschenrechten durch den Kopf. Diese brachten sie in offener Gesprächsatmosphäre in den Dialog mit Dorothee Bär ein. Diese teilte nicht nur ihr Wissen, sondern auch ihre persönlichen Erfahrungen.

Die Mädchen wollten wissen, was jede Einzelne tun kann, wenn ein Völkermord so weit weg vom eigenen Alltag geschieht. Dorothee Bär sprach den Schülerinnen Mut zu: „Kein Einzelner und keine Einzelne können das gesamte Leid der Welt lösen, im Kleinen helfen, das können wir alle – vielleicht mit einer Patenschaft, einem temporären Engagement. Das sind kleine Punkte, mit denen jeder etwas bewirken kann. Das muss nicht viel Geld sein, das muss nicht viel Zeit sein.“

„Ich weiß es wirklich wertzuschätzen, in so einem sicheren Land zu leben“, öffnete sich eine Schülerin während des SCHOOL TALKS. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir alle frei zusammenleben können,“ verdeutlichte Dorothee Bär. „Sich für Menschenrechte einzusetzen, für Rechtsstaatlichkeit, für Toleranz, das ist es, was wir brauchen für eine freiheitliche, pluralistische Gesellschaft.“

Motiviert und mit neuen Ideen, wie Empathie und Engagement in der Gesellschaft und im eigenen Umkreis aussehen können, verließen die Schülerinnen den Unterricht.

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