Unser BACK TO LIFE-Projekt in der Autonomen Region Kurdistan in Irak unterstützt binnenvertriebene Frauen und Mädchen – Überlebende von Krieg, Zerstörung und Genozid – dabei, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben aufzubauen. In unseren BACK TO LIFE Women’s Empowerment Zentren in zwei Camps für Binnenvertriebene (IDPs) in der Autonomen Region Kurdistan in Irak bieten wir Frauen und Mädchen aller Glaubensrichtungen einen sicheren Raum, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und neue Fähigkeiten zu erlernen.


Aktuell bietet BACK TO LIFE Angebote im Bereich psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung (Mental Health and Psychosocial Support – MHPSS) in Form von Einzel- und Gruppensitzungen für Campbewohner:innen an. Seit Juni 2026 umfasst das Angebot auf Wunsch der Campgemeinschaft auch Gruppentherapiesitzungen für Männer, um sie bei der Bewältigung psychischer Belastungen und traumatischer Erfahrungen zu unterstützen.
Auch Bewegung kann einen wichtigen Beitrag zum psychosozialen Wohlbefinden leisten. Deshalb bietet BACK TO LIFE Yogakurse an. Die gemeinsamen Aktivitäten fördern nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern schaffen auch Raum für Begegnung und Austausch.
Um Frauen auf ihrem Weg in ein wirtschaftlich unabhängigeres Leben zu unterstützen, bietet BACK TO LIFE praxisnahe Schulungen an. Dazu gehören Textil-Kreativkurse (z. B. zu Nähen und Sticken) und Gartenkurse, die von Fachtrainer:innen durchgeführt werden. Die Trainings richten sich an vertriebene Frauen in den IDP-Camps ebenso wie an Frauen aus den aufnehmenden Gemeinden. In Zusammenarbeit mit der Universität Dohuk liegt beim Gartenbau ein besonderer Fokus auf klimaangepassten Anbaumethoden sowie auf der Nutzung und Verarbeitung vielfältiger, lokal verfügbarer Pflanzenarten. Die Schulungen vermitteln somit praktische Kenntnisse und Fähigkeiten für eine nachhaltige Landwirtschaft und stärken die Teilnehmerinnen darin, widerstandsfähige Anbaumethoden anzuwenden. So lernen sie, sich besser an veränderte und zunehmend unvorhersehbare klimatische Bedingungen anzupassen und langfristig eigene Einkommens- und Lebensgrundlagen aufzubauen.


Darüber hinaus unterstützt BACK TO LIFE jesidische Überlebende dabei, ihre Rechte im Rahmen des Yazidi Survivors Law (YSL) wahrzunehmen und Entschädigungsleistungen zu beantragen. Wir beraten Betroffene während des Antragsverfahrens und schaffen durch Sensibilisierungsmaßnahmen ein größeres Bewusstsein für die Rechte und Ansprüche von Überlebenden des Genozids an den Jesiden, verübt durch den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) im Jahr 2014. Dazu gehörten Rundtischgespräche, bei denen Betroffene, zivilgesellschaftliche Organisationen und Regierungsvertreter zusammenkommen. Seit Juni 2026 werden Workshops sowohl mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und staatlichen Institutionen durchgeführt als auch mit Überlebenden.
Um die psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung (Mental Health and Psychosocial Support – MHPSS) auch in der gesamten Region zu stärken, haben wir Capacity-Building-Workshops für lokale zivilgesellschaftliche Organisationen durchgeführt und sie dabei unterstützt, ihre Angebote im Bereich MHPSS weiter auszubauen. Darüber hinaus haben wir das Directorate General of Health Duhok beim Ausbau des Zugangs zu psychosozialen Unterstützungsangeboten begleitet. Gemeinsam wurde auf der Website der Behörde ein eigener MHPSS-Bereich eingerichtet, der einen Überblick über verfügbare Angebote bietet und den Zugang zu Unterstützung erleichtert. Mitarbeitende des Directorate General of Health wurden zudem geschult, die Inhalte eigenständig zu pflegen und weiterzuentwickeln.


Durch die Förderung psychischer Resilienz sowie körperlicher und mentaler Gesundheit, die Unterstützung wirtschaftlicher Unabhängigkeit und die Begleitung bei der Wahrnehmung ihrer Rechte nach dem Yazidi Survivors Law (YSL) unterstützt BACK TO LIFE binnenvertriebene Frauen und Mädchen dabei, mehr Selbstbestimmung zu erlangen. Das Projekt leistet hiermit einen Beitrag zu einer widerstandsfähigeren Gesellschaft, fördert die Stabilisierung der Region und unterstützt den interkulturellen und multiethnischen Versöhnungsprozess in der Autonomen Region Kurdistan. Gleichzeitig stärken unsere Capacity-Building-Maßnahmen lokale Fachkräfte und Institutionen und sichern den fortlaufenden Zugang zu wichtigen psychosozialen Unterstützungsangeboten.
Die abgebildeten Fotos stammen aus früheren Projektphasen.
BACK TO LIFE wird unterstützt von: