16. Juni 2021 – SCHOOL TALKS

SCHOOL TALK AN DER UNI POTSDAM

Er gilt als der „humanitäre Nobelpreis, der „Aurora Prize for Awakening Humanity“. Mirza Dinnayi, irakischer Schriftsteller jesidischer Herkunft wurde am 24. April 2019, dem Gedenktag des Genozids an den Armeniern, mit dem Preis ausgezeichnet  für sein Engagement, für die Schwächsten der Schwachen. Bei unserem SCHOOL TALK mit Studierenden am „Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft“ der Uni Potsdam sprach der Jesidenexperte über sein Engagement und die aktuelle Situation im Irak.  

Der aus Bagdad zugeschaltete Mirza Dinnayi ist Mitbegründer und Direktor des Vereins Luftbrücke Irak, einer humanitären Hilfsorganisation, die jesidische Opfer aus dem Irak nach Deutschland zur medizinischen Behandlung fliegt. Er pendelt zwischen Deutschland und dem Irak. Im SCHOOL TALK berichtet Dinnayi den Studierenden von seinen Erfahrungen, unter anderem vom Eroberungsfeldzug des sogenannten Islamischen Staates im Jahr 2014, den er vor Ort in Irak miterlebte. Mit Blick auf diese Erlebnisse teilte er mit den Studierenden: „An das Leiden von Menschen kann man sich nicht gewöhnen. Jedes Mal, wenn man vom Leiden anderer Menschen hört, spürt man den gleichen Schmerz.“ 

Mirza Dinnayi digital zugeschaltet aus Bagdad.

Die Studierenden interessierten sich vor allem für die aktuelle Lage in Irak. „Welche Schritte müssen unternommen werden, um Jesid:innen eine Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen?“Welche Auswirkungen hat der Genozid auf die Religionsgemeinschaft der Jesid:innen?“ waren nur einige der gestellten Fragen. 

Er machte die Studierenden darauf aufmerksam, dass in den letzten 7 Jahren etwa 100.000 Jesid:innen Irak verlassen haben. Immer noch würden 60% der jesidischen Gemeinschaft in Camps leben. Seine Arbeit setzt genau dort an: Wir versuchen die Umstände in Irak zu verbessern, damit die Jesid:innen in ihrem Heimatland bleiben können. Jene Menschen, die dringend Hilfe benötigen, müssen wir aus Irak herausholen. Für die restlichen Menschen müssen wir dringend die Situation vor Ort verbessern. Um eine Verbesserung der Umstände vor Ort zu bewirken, schlägt Dinnayi die Beilegung der inner-irakischen politischen Konflikte, die Implementierung einer Übergangsjustiz zur Aufarbeitung von Menschenrechtsverbrechen und einen Wiederaufbaufond für die Region Shingal vor  alles mit dem Ziel Rückkehrperspektiven zu schaffen und das verloren gegangene Vertrauen in Institutionen in Irak wiederherzustellen.

Trotz dieser immensen Herausforderungen sieht Mirza Dinnayi einen ersten Silberstreif am Horizont: „Es ist nicht alles hoffnungslos, wie das kürzlich verabschiedete Yazidi Survivors Law zeigt  ein finanzielles Entschädigungsgesetz für Frauen, die in Gefangenschaft des sogenannten Islamischen Staates waren.“

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Partnern, Engagement Global, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Postcode Lotterie, dafür, dass sie SCHOOL TALKS ermöglichen!

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